Das kommende Wochenende ist gut gefüllt für die Aschersleben Tigers. Mit den Monkeys aus Braunschweig wirft das erste der zwei A36-Derbys seine Schatten voraus. Nachdem diese hoffentlich nicht den Tigerkäfig zum Affenstall gemacht haben, geht es für die Raubkatzen weiter an die Nordseeküste nach Cuxhaven. Dort soll das coronabedingt verschobene Spiel nachgeholt werden. Mit den kommenden Gegnern der SG Braunschweig sowie der Rot-Weiß Cuxhaven Baskets treffen die Ascherslebener Basketballer zwar auf die untere Tabellenhälfte, aber wie immer dürfen sie auf keinen Fall unterschätzt werden – zumal der Weg in Richtung Playoffs weiter verfestigt werden soll.
Aus dem vergangenen Wochenende, bei dem die Aschersleben Tigers mit einigen Schockmomenten in der Partie gegen den ASC 46 Göttingen dennoch den Auswärtssieg holten, soll Schwung für den kommenden Doppelspieltag mitgenommen werden. Denn wie bereits Sebastian Harke nach dem letzten Spiel verlautbaren ließ, soll der Weg Richtung Playoffs nicht nur verfestigt sondern Tabellenplatz 2 anvisiert werden. Hoffnung dürfte der gewachsene Zusammenhalt dank der geschlossenen Teamleistung geben. „Nach dem erfolgreichen Auftritt in Göttingen sind wir gleich doppelt gefordert. Es wird eine enorme Kraftanstrengung und wir benötigen eine große Portion Konzentration, um an die Leistung anzuschließen.“, blickt Tigers-Trainer Thorsten Weinhold voraus.
Tigerkäfig nicht zum Affenhaus werden lassen
Vor allem die SG Braunschweig fuhr in den letzten Partien schwere Geschütze auf, um sich aus den Abstiegsrängen zu verabschieden und den aktuellen Tabellenplatz 10 einzunehmen. Die Tischler-Zwillingen, die als Doppellizenzer von der Bundesliga-Truppe der Basketball Löwen Braunschweig für das Farmteam abgestellt wurden, bewiesen bereits zur Hinrunde ihre physische und spielerische Überlegenheit gegenüber den Tigers. Nachdem sich die Forwards damals bereits zu den King Luises des Braunschweiger Dschungels aufschwangen, sollen sie nun nicht auch noch den Tigerkäfig zum Affenhaus verwandeln. Wie die Partie ausgeht, dürfte also stark vom Einsatz der Beiden abhängen, hi-ter dem ein Fragezeichen steht. In den bisherigen fünf Partien, bei denen Nicholas Tischler (20.4 Punk-te, 7.2 Rebounds / Partie) und Brandon Tischler (14 Punkte, 8.4 Rebounds) aufliefen, entschieden sie die Spiele entscheidend mit und sorgten nicht zuletzt für zuletzt zwei Siege in Folge. Nur der Tabellen-führer des SC RASTA Vechta wusste sich im 86:78-Heimsieg gegen die starken Bundesliga-Spieler, die fester Bestandteil der Löwen-Rotation sind, zu behaupten.
Doch die beiden unregelmäßig auftretenden Akteure machen nicht allein die Gefahr der Braunschweiger Monkeys aus, wie Coach Weinhold erläutert: „Sie sind auf allen Positionen mit sehr viel Talent ausgestattet.“ Mit Simon Roosch (16 Punkte, 4.6 Rebounds / Partie), Sananda Fru (14.2 Punkte, 9.7 Rebounds / Partie), Joshua Bugunder (11.6 Punkte / Partie) und Damjan Vuk Multinovic (11.6 Partie / Partie) dürfen gleich vier weitere Spieler, die regelmäßig zweistellig punkten, nicht aus den Tigerau-gen verloren gehen. Ebenso schnürt der bisher verletzungsbedingt ausgefallene Jannik Göttsche wie-der seine Schuhe. Der junge Center kam in der letzten Saison regelmäßig im Kader der Basketball Löwen Braunschweig zu Minuten. Damit kann das Talent gleichsam dazu beisteuern, dass der Tigerkäfig unter Herrschaft der Monkeys fällt und damit die Siegesserie der SG fortgeführt wird und den Hausherren wichtige Punkte abgeluchst werden.
Anpfiff zur Partie ist am Samstag, den 12.03.2022 um 19.30 Uhr, in der Sporthalle am Ascaneum. Der Einlass erfolgt unter der 3G-Regelung.
Nicht baden gehen – Fahrt durch raue Cuxhavener See
Kaum ist die Affenbande durch den Tigerkäfig gefegt, stechen die Aschersleben Tigers keine 24 Stunden später in fremde Gewässer auf. Bei den Rot-Weiß Cuxhaven Baskets soll das Schiff übernommen und mit Punkten gefüllt mit nach Hause genommen werden. Diese haben, wie auch die Tigers, am Samstag ebenfalls eine Begegnung, die sie allerdings in heimischen Gewässern gegen den Tabellennachbarn der TuS Ademax Red Devils Bramsche, bestreiten.
Seit dem letzten Aufeinandertreffen bedingten interne Probleme einige Umbrüche bei den Norddeutschen. So übernahm mit Aaron Cook bereits der dritte Headcoach in der Saison 2021/22 das Ruder bei den Cuxhaven Baskets, woraufhin eine Niederlagenserie folgte. Diese verbannte die ehemals in der Tabellenspitze anzutreffenden Norddeutschen, die beim letzten Aufeinandertreffen mit den Aschersleben Tigers noch auf dem zweiten Tabellenplatz lagen, inzwischen auf den vorletzten Platz. Dennoch präsentiert sich das stark verjüngte Team kampfeslustig.
Allem voran Marc Klesper hält das Schiff im stürmischen Gewässer der Cuxhavener mit 17.1 Punkten sowie 3.9 Rebounds auf Kurs. Folglich ist es nicht verwunderlich, dass der starke Guard mit einer Dop-pellizenz ausgestattet ist und im Kader des ProA-Ligisten der Eibsären Bremerhaven wiederzufinden ist. „Er ist einer der korbgefährlichsten Spieler der Liga.“, bestätigt ebenso Weinhold mit Respekt. Weiterhin gilt es Obacht über den schnellen Guard Ali Balla Alassene Thiam (9.1 Punkte / Partie) walten zu lassen, den die TSV Neustadt temps Shooters nur schwerlich unter Kontrolle bekamen und in eigener Halle 21 Punkte verwandeln ließen. Ebenso überzeugt ein alter Bekannter – der ehemalige Tigers-Center Best Othako (7.2 Punkten, 6.6 Rebounds / Partie) könnte den, sowieso schon auf der Center-Position geschwächten, Tigers, gefährlich werden. Gerade der Einsatz von Aivars Stikuts, der die letzte Partie nach einer Rückenverletzung vorzeitig beenden musste, steht auf wackligem Grund.
Kondition müssen beide Seiten in der Begegnung beweisen, haben doch sowohl die Tigers als auch die Baskets keine 24 Stunden zuvor Partien bestritten. Für die Rot-Weißen kommt allerdings erschwerend hinzu, dass ihr Starting Five bisher fast durchgängig auf Deck bleiben und ohne große Pausen spielen musste. Im letzten Heimspiel übernahm Gesellschafter Darron McDuffie eine Deckwache. In der wurden sie allerdings gut durch die raue See durchgeschüttelt – ggf. auch durch die Umstände bedingt – und verloren mit 47:61 gegen sechs Mannen der Red Dragons König Wusterhausen. Wie der Einsatz von McDuffie eine Überraschung darstellt, so könnte es wohl die gesamte Begegnung werden.
Die unruhigen Gewässer, durch die das Schiff der Cuxhavener durchmusste, scheinen sich wie seine jungen Kadetten beruhigt zu haben, sodass sie gegen die Tabellenzweiten der EWE Basketts Juniors TSG Westerstede ein durchaus enges Spiel mit 74:61 gestalteten. Die Crew zeigte sich kämpferisch gegen den drohenden Abstieg und dürfte ihre Chance gegen die, durch den Doppelspieltag, geschwächten Tigers wittern. Damit die wasserscheuen Raubkatzen nicht doch noch baden gehen, sollten sie also lieber fokussiert in die Partie gehen und den Gegner nicht auf die leichte Schulter nehmen.
Anpfiff zum Auswärtsspiel bei den Rot-Weiß Cuxhaven Baskets ist am Sonntag, den 13.03.2022 um 16 Uhr, in der Rundturnhalle in Cuxhaven.