In der vergangenen Woche konnte der aufmerksame Beobachter bereits sehen, dass auch der wichtigste Tiger weiterhin auf dem Parkett zu sehen sein wird. Trotz seines Alters und gerade wegen der letzten, nicht wirklich gespielten Saison, will es Sebastian Harke nochmal wissen. Dabei startet der wahrscheinlich älteste Spieler der Liga, fitter denn je in die neue Saison und weiß mit seinen jungen Teamkollegen noch immer gut mitzuhalten.

In sein nunmehr neuntes Jahr startet der Ascherslebener für seinen Heimatverein, der im Sport einen Ausgleich zum Alltag sieht. Ob es die letzte Saison sein wird, da bleibt Harke vage: „Die zehn Jahre zu vervollständigen klingt natürlich toll, aber ich habe auch immer gesagt, ich will mal spielen bis ich 40 bin, also wäre das auch so ein guter Abschluss.“ Nach dem Abbruch der vergangenen Spielzeit war für den Forward allerdings klar, dass ein derartiges Ende jedenfalls nicht zur Diskussion steht. Aus einer Knieverletzung zurück gekämpft, hatte sich Harke im vergangenen Jahr, und kam in lediglich drei Partien, in denen er im Schnitt 4.7 Punkte sowie 2 Rebounds auflegte, zum Einsatz. Dass diese Statistik keine Aussagekraft über seine Qualitäten besitzt, bestätigt Trainer Weinhold: „Sebastian Harke hat sich dankenswerterweise wieder dazu entschlossen, ein weiteres Jahr für unsere Tigers zu spielen. Seine Erfahrung, Übersicht sowie der Umgang mit hektischen Situationen machen ihn, nach wie vor, sehr wertvoll für das Team. Dass seine Übersicht ein ausgezeichnetes Passverhalten mit sich bringt und er über einen sehr guten Wurf verfügt, dürfte bekannt sein.“

Wer den 39-Jährigen nunmehr in Testspielen und im Training beobachtet, der sieht kaum einen Unterschied zu seinen wesentlich jüngeren Mitspielern. Im Sprint hält „Harki“, wie er allgemein genannt wird, genauso gut mit wie unter dem Korb. Dabei kurierte er erst seine Knieverletzung vollends aus und trainierte während der letzten Monate seine Corona-Pfunde ab. Nicht nur für sich empfand Sebastian Harke den Lockdown für frustrierend: „Gerade auch für Christian tut es mir sehr leid. Er hatte ein gutes Team zusammen, mit dem viel hätte gehen können. Es war so kein schöner verdienter Abschluss.“

Ungestört von den Fragen eines möglichen Karriereendes oder den letzten Monaten, blickt der 2.04m Mann nun lieber auf die nahe Zukunft und will sehen, was im Rahmen seiner Möglichkeiten noch einmal geht und der Mannschaft helfen: „Mit Weini haben wir einen guten Nachfolger gefunden, der menschlich und sportlich perfekt in das System der Tigers passt. Auch das Team verspricht viel und ich versuche – so gut es geht – zu helfen, um in die Playoffs zu kommen. Dann werden die Karten neu gemischt.“ Dass „Harki“ bei diesem Projekt nicht nur dank seiner sportlichen Leistung dem recht jungen Kader helfen wird, sind sich die Ascherslebener Basketballer sicher. Zudem könnte es kaum passender erscheinen, dass für die älteste Stadt Sachsen-Anhalts auch der voraussichtlich älteste Spieler der Regionalliga an den Start geht.