Ein Déjà-vu ereilte die Aschersleben Tigers zur sonntäglichen Auswärtspartie beim VfL Stade. Denn nach holprigem Start mit darauf folgender, konstanter Führung, übernahmen ihre Gegner in den letzten Minuten die Spielgestaltung. Fast sah sich der mitgereiste Betreuerstab in das vorherige Wochenende nach Neustadt zurückversetzt. Allerdings fand Sebastian Harke diesmal Antwort auf die unruhige Crunch-Time seines Teams, sodass die Punkte, dank des 86:82-Sieges, mit nach Hause genommen wurden.

Die ersten Spielminuten gehören nicht zu den Stärken der Tigers, denn zunächst übernahmen der VfL Stade diese. Mit dem stärkeren Rebounding und angeführt von ihrer Nummer 22, Robert Heise, führten die Gastgeber mit 10:5 nach vier Minuten. Dies wollte sich Leo Alban wohl nicht länger mit ansehen, sodass er aus der Mitteldistanz zum 11:9 aufschloss. Allerdings fanden die Elbstädter nun Gefallen am Wurf von außen und zogen wieder zum 19:11 davon. Mit seiner Schnelligkeit übernahm Jonathan Coles nun die Stricke der Tigers und beteiligte sich entscheidend an der Aufholjagd, die in der 21:22-Führung zum Viertelende mündete.

Ob es an der Nähe zur Heimat lag oder es einfach sein Tag war, aber es war das Spiel von Leo Alban. Daran ließ der Forward keine Zweifel mehr, denn er führte sein Team zum weiteren Ausbau ihres Abstandes (29:36) an. Nach einer Auszeit zogen beide Gegner merklich ihre Defensive an, die zugleich weniger Körbe zuließ. Es folgten, aufgrund daraus resultierender weniger Körbe, zähe Minuten für den Zuschauer. Dieser verfolgte ein unruhiges, zweites Viertel, das durch starke Verteidigung geprägt war, und mit dem 34:41-Zwischenstand in die Pause entlassen wurde.

Ähnlich begann die zweite Halbzeit, die aus der Mitteldistanz von Kapitän Patrick Lyons eröffnet wurde. Nach zwei Korblegern von Chris Kwilu sowie Faison Brock, der sich ungewohnt schwer in seinen Würfen tat, setzten sich die Tigers erneut zweistellig, auf 38:49, ab. Nun schenkten sich beide Teams nicht, sodass der VfL Stade, angeführt von Jamo Kofie Brandon Ruppert, kontinuierlich auf 58:63 aufholte. Hieran konnte Linus Wascher ebenfalls nichts ändern, der in seinem ersten längeren Auftritt, mit seinen defensiven Qualitäten überzeugte. Zum 58:67-Stand traf Aivars Stikuts und glich so, noch schnell vor ertönen der Shot Clock, die starke Aufholjagd von Stades Nummer 25, Ruppert, aus.  

Zu Beginn der Schlussphase fanden die Aschersleben Tigers zurück zu ihrer offensiven Stärke. Dank Brock und Alban hielten sie ihre Gastgeber kontant auf niedrigem, zweistelligem Abstand. Doch zwei Minuten vor Abpfiff läutete Stades Matei Bodea die Crunch-Time mit Korb von der Dreier-Linie ein und das Déjà-vu aus Neustadt nahm seinen Lauf. Zwar versuchten sowohl Coach Thorsten Weinhold mit einer Auszeit als auch Harke mit der nötigen Ruhe auf dem Feld, sich gegen die Entwicklungen zu stemmen, allerdings war eine Minute später Stade schon auf 80:83 heran. Doch der Kampf um den Sieg erfasste beide Seiten und Stade bäumte sich, angepeitscht vom heimischen Publikum, gegen die Fluchtversuche ihres Gegners auf. Auch mit Glück – nachdem Stades Ferndistanzwurf knapp aus der Zone und nicht von der Dreier-Linie verwertet wurde und ein Steal keinen Weg durch die Reuse fand – rettete Sebastian Harke, dank eines Freiwurfs, die Punkte mit einem 86:82-Sieg, aus Ascherslebener Sicht, über die Ziellinie.

Stimme zum Spiel:

Trainer Thorsten Weinhold: „ In einer schwierigen Auswärtspartie – nicht viele Teams werden in Stade gewinnen – sah man in unserem Spiel  eine deutliche Fortentwicklung. Nach anfänglichen Abstimmungsproblemen, zeigten wir in der Defensive eine mehr als couragierte Leistung. So kam es, dass schon bei Halbzeit – trotz nicht bester Wurfquoten – eine Sieben-Punkte-Führung im Tableau stand. Im dritten Viertel bauten wir diese aus und vergaßen am Ende den Sack zu zumachen. Einen mehr als schönen Einstand gab Linus Wascher, der künftig die Optionen im Spiel nochmal erweitern soll.“

Stats

Vfl Stade: Boadu 27 Punkte / 10 Rebounds / 6 Assists, Ruppert 23 (5 Dreier) / 1 , Heise 11 / 4, Bodea  9 / 1, Kokorus 5 / 1, Mandt 4 / 4, Kondo 2 / 6, Kuhnt, Iturria Salvador (DNP)

Aschersleben Tigers BC: Brock 18 Punkte /  12 Rebounds, Alban 16 / 4, Kwilu 12 / 6, Harke 11 / 2, Stikuts 8 / 2, Coles 7 / 5, Lyons 6 / 3, von Hain 6 (2 Dreier) / 1, Wascher 2 / 3