Sie wollten das Heimrecht, sie holten das Heimrecht und sie nutzten das Heimrecht. Und wie, denn was am Sonntag nicht lief, das klappte bei den Aschersleben Tigers vor einer vollen Sporthalle am Ascaneum umso besser. Dreier, schöne Pässe und eine starke Verteidigung sorgten für einen unerwartet deutlichen 100:73-Sieg gegen den VfL Stade. Damit beendeten die Basketballer ihre Halbfinal-Serie erfolgreich und feierten mit ihren Fans den Einzug in die Playoffs-Final-Serie der 1. Regionalliga Nord. Im Finale treffen sie, nach einer kurzen Osterpause, auf den SC RASTA Vechta.
Bereits zu Beginn ließen weder Fans, noch Team Fragezeichen offen, wer den Sieg an diesem Abend feiern wollte. Angepeitscht vom Tigerkäfig setzten sich die Ascherslebener dank starker Defense und erfolgreicher Offensive mit einem 8:0-Lauf in Führung. Die Auszeit von Stades Coach Joan Rallo Fernandez weckte zwar dessen Nummer 9, Nil Angelats Regincos, auf, doch die Tigers ließen sich nicht beirren und realisierten weiter, in gut ausgespielten Zügen und Highlights wie dem Dunk von Leo Alban (18:9, 7. Minute). ihre Pläne. Mit 27:13 holten sich die Hausherren bereits im ersten Viertel eine gute Führung.
Ebenso furios wie der Start, begann das zweite Viertel der Gastgeber. Mit zwei aufeinanderfolgenden Steals von Jonathan Coles, begann der nächste kleine 6:1-Lauf (33:14, 13. Minute). Nun bäumte sich Davor Barovic unter dem Korb auf und sammelte die Rebounds, die in Stade kaum den Weg in die Tigertatzen gefunden hatten, während Yannick von Hain sein Wurfhändchen ins Spiel brachte. Bei beiden Gegnern fanden die Bälle von der Dreier-Linie durch die Reuse, doch die Tigers setzten sich kontinuierlich weiter ab. Gegen Ende des Viertels legte der VfL Stade nach, aber Barovic hielt sie weiter in Schach und fügte zum Ende mit Rebound und Korbleger die finalen Punkte der ersten Halbzeit hinzu (52:29, 2. Viertel).
Nachdem die Mannen von Trainer Thorsten Weinhold zwar mit drei Zählern von Alban (55:29, 21. Minute) gestartet waren, zeigten sie sich etwas unkonzentrierter, weshalb er früh die Auszeit zog. Die fruchtete und Alban setzte seine Jagd aus dem Feld fort, sodass er drei weitere Dreier auf das Konto verbuchte (66:40, 14. Minute). Zur zweiten Hälfte des dritten Viertels übernahmen alsbald Chris Kwilu sowie Barovic die Regie und zeigten nun das Können ihres Teams, dass mit schönen Zügen und Abschlüssen glänzte. Mit 78:49 fanden die Teams in die letzten Minuten.
Die eröffnete von Hain erneut aus der Ferne (81:49, 31. Minute), in dessen Folge setzten allerdings, die nun auftrumpfenden, Robert Heise sowie Fabien Kondo einen 0:7-Lauf der Gäste um (81:56, 32. Minute). Daran störten sich die Tigers weniger, denn während von Hain weiter am Punktekonto arbeitete, setzte Udun Osakue mit Dunk nochmal ein Zeichen (87:56, 34. Minute). Eröffnet von Stades Regincos sah das Ascaneum nun eine Dreier-Parade auf beiden Seiten, die von Sebastian Harke abgeschlossen (95:63, 37. Minute) und vom lauten Hunderter-Wunsch der Zuschauer abgelöst wurde. Doch zunächst kam der VfL Stade zum Zuge, während die Halle auf die magische Grenze warten musste. Die erreichte, nicht unverdient, der Topscorer der Partie – Leo Alban – von der Freiwurflinie (100:70, 39. Minute). Ein weiterer Dreier von Stades Sascha Kuhnt vervollständigte das Ergebnis. Mit 100:73 durften die Aschersleben Tigers zusammen mit einer vollen Sporthalle am Ascaneum, die dank der tollen Atmosphäre nicht unerheblich für ein solches Spiel gewesen sein dürfte, den Einzug in die Final-Serie der ersten Playoffs der 1. Regionalliga Nord.
Nun dürfen sich die Tigers erst einmal ein wenig den Pelz lecken und die Krallen schärfen, denn das Osterwochenende haben sie frei. Nachdem sich der SC RASTA Vechta mit einem 83:62-Sieg gegen die TSV Neustadt temps Shooters durchgesetzt hat, beginnt dort die Final-Serie. Da das Team der Tabellenerste der regulären Saison war, haben sie sich in Folge das Heimrecht, was nicht unerheblich sein dürfte, gesichert. Denn während die Tigers ihr Heimrecht wollten, genossen und dank toller Atmosphäre auch nutzten, macht dies Vechta ebenso gekonnt. Die Partien finden im RASTA Dome, der Bundesligahalle des Vereins, statt und die Stadt weiß gleichsam ihre Teams in voller Halle lautstark zu feiern. Die ersten zwei Begegnungen der Final-Spiele finden am Freitag, den 22.04.2022 statt. Die Sporthalle am Ascaneum darf und muss folglich am Sonntag, den 24.04.2022, wieder zu einem Tigerkäfig werden. Die genauen Termine folgen nach Absprache mit der Liga und beider Teams.
Stimmen zum Spiel:
Thorsten Weinhold, Trainer der Aschersleben Tigers BC: „Wir waren von Beginn an hochkonzentriert. Man sah, dass wir vor allem in der Verteidigung uns auf die Stader Stärken eingestellt haben. So kamen sie nicht nur nicht ins Spiel, vielmehr konnten wir eine Reihe sehenswerter Angriffe hochprozentig abschließen. Auch gegen die Zonenverteidigung hatten wir stets eine Lösung parat. So konnten wir, trotz früher und hoher Foulbelastung, mit immer wechselnden Akteuren gefährlich agieren. So sieht es aus, wenn ein Game-Plan funktioniert.“
Joan Rallo Fernandez, Trainer des VfL Stade: „Glückwunsch an Aschersleben. Sie waren viel besser als sonst. Ich denke, es gab keinen Schlüsselmoment, denn sie waren einfach besser. Glückwunsch auch an die Fans, die alle sehr nett waren. Im ersten Spiel habe ich noch gesagt, dass sie feiern würden als wären sie schon im Finale. Das war auch ein Weckruf an meine Spieler. Das Ascherslebener Team hat einige Stärken. Lyons hat die Übersicht und Leo hatte heute ein super Spiel. Ich habe viel Respekt gegenüber Harke, man merkt das auch in der Halle. Und bei Thorsten – ich kenne ihn nicht, aber ich habe das Gefühl – er ist eine fantastische Person. Er hat diesem Verein eine Identität gegeben. Das ist schwer, Respekt dafür. Ich bin mir sicher, dass wir nächstes Jahr wieder in den Playoffs sein werden und eine nächste Chance haben.“
Stats
Für die Aschersleben Tigers BC spielten: Alban 26 Punkte, Barovic 15 / 12 Rebounds, Osakue 14 / 9 / 5 Assists, von Hain 12, Harke 11 / 6, Coles 10, Kwilu 8 / 5, Lyons 4 / 7 Assists
Für den VfL Stade spielten: Heise 16 Punkte, Regincos 14 / 6 Rebounds, Kondo 13 / 5, Ruppert 7, Erkkilä 5, Rosenstein 5, Salvador 4, Kokorus 3, Kuhnt 3, Mandt 2, Bodea 1