Dass Göttingen eine Basketball-Hochburg ist, ist allgemein bekannt. Dass das heutige Veilchenland seine Ursprünge in einer anderen Farbfamilie hat, ist es hingegen nicht unbedingt. Die Königsblauen des ASC 46 Göttingen waren einst die erste Adresse in der Hochschulstadt und mischten in den 1980er Jahren nicht nur oben mit, sondern fuhren gar dreimal den Deutschen Meistertitel sowie zweimal den Pokal ein. Diese einst großen Zeiten werden nun in der 1. Regionalliga Nord fortgeschrieben und in dieser ist er beinahe jede Saison ein harter Gegner mit einem gewissen Überraschungseffekt. Gepaart mit der Göttinger Heimstärke kommt für die Aschersleben Tigers der direkte Kampf um Platz vier hinzu.
Vierter gegen Fünfter – es geht um den direkten Vergleich und den letzten Platz für eine Playoffs-Teilnahme, den wohl beide Gegner einfahren wollen. Spannung ist also vorprogrammiert. Diese wird nicht weniger, gehen beide doch mit ähnlichen Voraussetzungen in die Partie. Beide Teams haben eine Bilanz von vier Siegen sowie zwei Niederlagen und fuhren zuletzt knappe, aber wichtige Siege ein. So fuhr der ASC 46 Göttingen mit kleinem Kader den 83:84-Sieg bei den BBC Rendsburg Twisters ein. Sind sie auswärts immer schwer einzuschätzen mit welcher Breite sie antreten, kann in heimischen Gefilden mit der vollen Kaderstärke gerechnet werden, der bereit ist physisch zu spielen und seine Abschlüsse gerne erfolgreich unter dem Korb sucht.
Dabei werden die Königsblauen von einem Brüder-Gespann angeführt. Die beiden Shooting Guards gesellen sich in die Top-Ten im Ligavergleich ein. Lennart Schultz wartet zudem mit Erfahrungen aus der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB auf (16.3 Punkte, 6.2 Rebounds, 2.5 Steals / Partie). Ähnlich präsentiert sich sein Bruder Christopher Schultz (23.2 Punkte, 6.7 Rebounds, 2.5 Steals / Partie). Weiterhin sollten die Tiger-Augen ebenso auf Doppellizenzer Nick Boakye (11.2 Punkte, 6 Rebounds, 4.8 Asssoszs / Partie), der ebenfalls im Bundesliga-Kader der BG Göttingen anzutreffen ist, und den gleichsam ProB erprobten Forward Anthony Okao (9.5 Punkte, 8.5 Rebounds, 1 Blocked Shot / Partie) richten.
Für die Tigers gilt es diesmal von Anfang auch in der Verteidigung wach zu sein, was auch Tigers-Coach Alexander Helten unterstreicht: „Da Göttingen die meisten off. Rebounds in der Liga holt, wird es sehr wichtig sein, das ganze Spiel lang auszuboxen, um leichte zweite Chancen zu verhindern. Ein weiterer Schlüsselpunkt ist, das Scoring von beiden Schultzes zu minimieren, welche in schwierigen Phasen immer wieder übernehmen. In der Offensive müssen wir unser Tempo finden bzw. ein gutes Mittelmaß zwischen Fastbreak und Set Play. Im Moment ist es das Spiel um Platz 4 und genauso müssen wir es von Minute Eins angehen”
So sollte die ruhmreiche Vergangenheit ruhen gelassen werden und viel mehr die Zukunft gestaltet werden. Und diese Gestaltung sollten die Aschersleben Tigers in die eigenen Pfoten nehmen, um Platz vier sowie den Kampf um einen Playoffs-Platz weiter zu festigen, und die Zukunft nicht blau malen lassen.
Anpfiff ist am Freitag, den 10. November 2023 um 20 Uhr, in Göttingen.