Es war ein Abend wie aus dem Bilderbuch: die Aschersleben Tigers schlagen den Spitzenreiter Cuxhaven, machen Sharif Hudson das wohl schönste Geburtstagsgeschenk und bieten den Fans hochklassiges Basketball beim ersten Heimspiel in der Rückrunde. 

Alles war wie immer an diesem Samstagabend – die Gedanken davor, der Weg in die Halle, selbst die Schuhe waren die gleichen, wie beim letzten Heimspiel. Eines war jedoch anders: der Gegner. Mit Rot-Weiß Cuxhaven hatten die Tigers eine harte Nuss zu knacken, die erst ein einziges Mal geknackt worden war und das von einem Team, welches über ihnen in der Tabelle ihren Platz verteidigt. Dennoch ging die Mannschaft um Christian Schäfer entspannt in das Spiel und das hatte auch einen bestimmten Grund: „Keiner hat einen Sieg von uns erwartet, Cuxhaven hingegen musste gewinnen und das war unser großer Vorteil“, so der junge Harzer.

Als der Anpfiff erklang rechnete zunächst niemand mit einem Sieg, doch das änderte sich prompt. Bereits im ersten Viertel zeigte sich schnell, welches Potenzial in den Tigers wirklich lauert. Sie setzten den sogenannten Gameplan exakt um, kämpften sich erstmalig zur Führung. Danach lief alles wie am Schnürchen. Cuxhaven hing sich zwar an die Fersen der Mannschaft, schaffte es aber nicht, sie ganz zu erreichen. „Egal vor welche Herausforderung uns unser Gegner gestellt hat, wir hatten immer eine Antwort parat“, so Leon Dronjak. 

In der zweiten Halbzeit ging es dann genau so weiter. Die Aschersleben Tigers jagten Petkovic über das ganze Feld und verteidigten jeden Pick and Roll mit einem harten Step Out. Auch Offensiv traten sie als Team auf. „Wir haben gute Würfe für bessere Würfe eingetauscht“, so der erfreute Trainer. Trotz allem hat Spitzenreiter Cuxhaven dem Team einiges abverlangt, so dass die Mannschaft zu keiner Zeit ein leichtes Spiel hatte. 

Endgültig sicher war der Sieg erst eine Minute vor Abpfiff, als Boyan Tenev mit einem 3er den Vorsprung auf zwei Stellen vergrößerte. Zu diesem Zeitpunkt war es bereits mächtig laut im Ballhaus und die mitgereisten Fans der Gegner wurden übertönt. Headcoach Schäfer konnte nur noch eins hinzufügen: „Wenn mir jemand vor dem Spiel gesagt hätte, dass wir die Partie gewinnen, dann hätte ich vermutlich nur gelacht.“ Dabei kann Realität doch so schön sein (Zeit in Führung 39:56). 

Nach dem Spiel war der Abend aber noch nicht zu Ende, sondern ging erst richtig los. Mit einer berührenden Rede machte der Verein dem Amerikaner Sharif Hudson das wohl schönste Geburtstagsgeschenk, dass er sich hätte vorstellen können. Sein Vater, der ihn zum letzten Mal in der 10. Klasse hatte Basketball spielen sehen, erschien im Scheinwerferlicht der Halle und sorgte für einige Freudentränen. Bei diesem emotionalen Ereignis müsste selbst dem Gegner ein kleines Lächeln über die Lippen gehuscht sein. 

Nächstes Wochenende geht es dann nach Bremen zu den Weser Baskets, die eine komplett andere Taktik haben als Cuxhaven. Aus diesem Grund heißt es für die Mannschaft nun wieder: Umstellung.