Nach einer langen Durststrecke siegten die Aschersleben Tigers erstmals wieder in heimischer Kulisse. Mit den MTB Baskets Hannover jagten sie einen der stärksten Gegner der Liga vom Spielfeld.

Beim Einlauf in die Ballhaus Arena staunten die jungen Wilden nicht schlecht – trotz ausbleibender Siege in den vergangenen Wochen waren die Tribünen prall gefüllt und die Menschentraube darauf motivierter als je zuvor. Auch im Tigers-Kader gab es einige Veränderungen. Neben den genesenen Spielern Salman Manzur und Alexander Helten, kam eine weitere Unterstützung hinzu: Leo Aris. Erstmalig trat der junge Tiger auch auf dem Spielfeld auf, während er in der vorigen Zeit nur im Training als aktiver Spieler agierte. Mit diesem neuen Back-Up und einer halbwegs gesunden Spielerbank, musste es dann nur noch im Kopf Klick machen.

Und das hat es auch. Zwar ließen die Ascherslebener ihre eigenen Fans drei Minuten stehen, bevor der erste Korb durch einen Freiwurf fiel, doch danach machten sie einen riesigen Satz nach vorne. Vor allem die deutschen Spieler Niklas Radestock und Roland Winterstein legten in den ersten Vierteln eine starke Performance auf das Parkett und steckten die Mannschaft mit ihrer positiven Energie förmlich an. Bereits nach den ersten sieben Minuten gelang dem Team um Trainer Christian Schäfer die Führung (14:12). Auch dieser riskierte immer wieder einen ungläubigen Blick an die Anzeigetafel, bis er realisierte: das passierte wirklich. Auch im zweiten Viertel blieb die Mannschaft konstant in Führung und konnte dank Big Man Salman Manzur und US-Import Kendal Williams den Vorsprung weiter ausbauen. So kam es auch in der 22 Minute zur 15-Punkte-Führung gegen die Hannoveraner. Zur Halbzeit schien mit einem 37:24 die erste Vorentscheidung gefallen zu sein.

,,Auch im dritten Viertel konnten wir unsere Leistung konstant abrufen, doch dann der Schock – wir drohten einzubrechen“, so Christian Schäfer im Rückblick auf das allerletzte und entscheidende Viertel. Innerhalb von vier kurzen Minuten legten die Gegner mit Marcel Schwarz und Amerikaner Maurice Williams so viele Punkte auf, dass die Aschersleben Tigers nicht mal in der Lage waren so schnell zu reagieren. ,,In dieser Phase haben wir wieder an uns selbst gezweifelt und damit eine mentale Blockade ausgelöst, die uns daran gehindert hat, entgegen zu steuern“, so Schäfer. Sollte das etwa wieder so eine enge Kiste werden? Ja, sollte es. Doch dieses Mal sollten nicht die Tigers auf der Verliererseite stehen, sondern die Baskets Hannover. Durch bewusst erzielte Foul-Spiele versuchten die Tigers die Partie soweit zu drehen, dass sie zumindest für die letzten Minuten noch ein kleines Polster hatten und die Gegner gezwungen waren einen Dreier zu schießen. Diesen trafen sie auch, doch am Ende waren es die Freiwürfe von Kendal Williams, die das Endergebnis abrundeten und einen Sieg verankerten. 

Ein Sieg, den die jungen Wilden aus Aschersleben so dringend benötigt haben. Vor allem für die Köpfe. 

 

 

Punkteverteilung Tigers:

Kendal Williams (19/4 Rebounds/4 Assists), Jordan Aboki (13/5 Rebounds), Niklas Radestock (14/6 Rebounds), Jaksa Sola (1 Rebound), Leo Aris, Alexander Helten (5), Boyan Tenev (3/3 Rebounds), Roland Winterstein (10/3 Rebounds), Jonas Groth (1 Assist), Salman Manzur (15/8 Rebounds), Sebastian Harke (3/5 Rebounds)